Risen
Piranha Bytes versuch die Gothic3-Schmach vergessen zu lassen
Risen tritt an, wie ein Feldherr in einer Schlacht, den Ruf von Piranha Bytes wieder herzustellen.
Nach dem Gothic 3 Debakel sind die Entwickler aus Essen auf "Schmuse"-Kurs mit der erbosten Fangemeinde.
Natürlich wollen sie auch die sich abgewendeten Fans zurück gewinnen, doch schaffen sie das überhaupt?
Wer glaubt, Risen wäre ein komplett neue Spielerfahrung, sei beruhig oder gewarnt. In Risen steckt viel Gothic, dies kann man nun positiv oder negativ sehen. Die Entwickler haben wieder eine raue aber detailreiche Welt erschaffen mit schicken und gut gemachten NPCs. Keine 0815-NPCs sondern richtige "Leute".
Das Spiel ist in 4 Akte aufgeteilt, starten tut man an einem Strand eines Eilandes. Durch einen Gedächtnisverlust weiß man nicht mehr wo man ist und warum man hier ist. In alter Gothic-Manier also.
Im ersten Akt durchstreift man das Eiland und pusht seinen Charakter, lernt NPCs kennen und Rüstet sich für den späteren Spielverlauf.
Schnell findet man herraus, dass es zwei Fraktionen gibt. Den weißen Orden, welcher die Bevölkerungen unterjocht und ausbeutet und die Banditen, die dort gegen halten. Man kann sich im späteren Spielverlauf eine der zwei Fraktionen anschließen. Jedoch unterscheiden sich diese später nur noch durch die zu erlangenen Talente. Desweiteren muss man sich ab AKT 2 einer Fraktion anschließen.
Ab Akt 3 ist man fast nur noch in Ruinen und Tempel unterwegs, was auf Dauer ziemlich trist wird. Auch die gleichen Gegner-typen sind ein kleines Ärgernis.
Umfang
Die Spielzeit wird auf circa 40 Stunden geschätzt, wobei man hier sagen muss. Wer alles erkunden will und jedem bei Quests helfen will, sollte ruhig 5 -10 Stunden mehr einrechnen. Zudem ist ausschlaggebend welche Klasse man spielt. So brauch ein Magier sicherlich länger, da er am Anfang probleme haben wird. Ein Kämpfer dagegen nicht.
Steuerung
Die Steuerung ist klassisch mit "W", "S", "A" und "D".
Die Maus dient zum drehen der Kamera zum und vom Helden weg. Auch das Drehen des Helden wird per Maus gemacht.
Im Fernkampf und beim Zauber rückt die Kamera an den Helden heran, auf Schulterhöhe.
Dann lässt sich Risen wie ein 3rd Person-Shooter spielen. Mit einem Fadenkreuz kann man dann in Ruhe jagd auf "Creeps" machen.
Umständlich dagegen sind das Inventar und Kaufmenü. Sie lassen eine Vergleichsfunktion vermissen, so dass der Spieler alles selbst im Kopf haben muss und rechnen muss.
Dagegen hat Piranha Bytes in Sachen Benutzerführung einiges gelernt. Bei einer Quest annahme, verzeichnet das Spiel auf der Karte, wo Ihr Auftraggeber steht und wo Sie hinmüssen (außer bei versteckten Dingen natürlich). Und falls man dann zudem nicht mehr weiß, was überhaupt zu tun war, listet das Questlog den gesamten Dialog mit dem Jobvermittler und dazu eine Kurzfassung, die wiedergibt, was Sie zu tun haben. Einfacher geht es kaum.
Balancing
In Gothic 3 wurden die Wildschweine schnell zum Synonym von verbuggten Balancing.
In Risen hat Piranha Bytes ein geschickteres Händchen bewiesen.
Am Anfang natürlich ist jeder Wolf und jedes Wildschwein eine herausforderung für unseren unerfahrenden Helden. Doch umso stärker der Held wird, umso leichter fällt es die Tierwelt zu dezemieren.
In Gothic 3 war das ja eigentlich niemals der Fall. Vorallem bei Wildschweinen...

Dabei ist es allerdings immer so, dass Sie auf Gegner treffen, die Sie herausfordern. Die Abstufung von zu einfachen und fordernden Gegnern greift also gelungen ineinander. Lediglich gegen Ende der Spielzeit gibt es kaum mehr echte Gefahren, da Sie zum einen zu gut ausgebildet, zum anderen aber auch zu gut ausgerüstet sind. Bis zu diesem Zeitpunkt vergehen aber einige Stunden, in denen Sie so manchen schweren Kampf schlagen müssen.
Auch die Gegner varriation ist sehr gut gelungen. Von Wölfen über Wildschweinen bishin zu menschenähnlichen Humanoiden.
Einzig ärgerlich ist, dass es am Anfang ruhig mehr mehr Lernpunkte pro Stufe hätte geben können. In diesem Fall hat Piranha Bytes einwenig daneben gehauen. Da das Stufensystem recht unausgewogen ist.
Auch die Item-und Waffenvielfalt fällt ziemlich mager aus. Rüstungen sind wirklich rar.
Man bekommt hauptsächlich das Wams Ihrer Fraktion. In Sachen Waffen spart Piranha Bytes auch, denn freilich gibt es Einhand- und Zweihandschwerter, Bastardschwerter, Säbel, Äxte und so weiter, doch spätestens nach den ersten beiden Akten haben Sie alles gesehen, was Sie ewartet.
Spielwelt (Text übernommen von PCGAMES)
Rau, düster, glaubhaft - die Insel, auf der Risen spielt, erfüllt genau das, was Gothic-Fans sich wünschen. Jeder der NPCs hat seine eigenen Probleme, mancher kann den Helden leiden, mancher auch nicht. So kann es durchaus sein, dass Sie auch mal Phrasen wie "Verpiss dich" um die Ohren gehauen bekommen. Was ebenfalls zur Glaubwürdigkeit beiträgt, ist das realistische Wettersystem, sowie der Tag-Nacht-Wechsel - beides zaubert oftmals wunderhübsche Bilder auf den Monitor. Der Tagesablauf - also, dass ein Schmied tagsüber in der Schmiede steht und schwitzt, nachts aber schläft - funktioniert zwar, verliert bei genauerem Hinsehen aber an Glanz: Legen Sie sich zum Beispiel hin und stehen erst gegen Mitternacht wieder auf, können Sie beobachten, wie die NPCs erst dann zu Bett gehen. Legen Sie sich dann wiederum hin und machen bis nachmittags ein Nickerchen, stehen auch die Bewohner erst um diese Uhrzeit auf. Nicht ganz realistisch, aber sicher einfacher zu programmieren. Der Atmosphäre schadet es zudem kaum.
Die Insel fällt deutlich kleiner aus, als die Spielwelt in Gothic 3, ist vergleichbar mit Gothic 2. Sie umfasst drei wichtige Orte - nämlich die Vulkanfestung, das Banditenlager und die Hafenstadt - sowie jede Menge Dungeons, Tempelanlagen und Höhlen, wobei man sagen kann, dass Sie etwa ein Drittel der Spielzeit unter Tage verbringen. Faranga ist aber auf jeden Fall groß genug, als dass Sie einige Minuten unterwegs sind, wenn Sie von einem Ende zum anderen marschieren wollten. Abhilfe schaffen hier Teleportsteine, die Sie finden können. Mit Hilfe dieser Schnellreisefunktion erreichen Sie bis zu 14 Orte, die sinnvoll und gleichmäßig über Faranga verteilt sind. So springen Sie im späteren Spielverlauf ohne Probleme von Ort zu Ort - allerdings ohne eventuelle Begleiter, die bleiben zurück -, wobei Sie dann jeweils eine kurze Ladezeit in Kauf nehmen müssen.
Bis dahin erkunden Sie die Spielwelt aber völlig frei, dürfen herummarschieren, wo Sie möchten - auch wenn hier und da Gefahren lauern, welchen Sie nicht gewachsen sind. So finden Sie versteckte Schätze, Höhlen aber auch NPCs, die Ihnen Quests anbieten.
Apropos Quests: Die Jobs, die Ihr Held im Verlauf von Risen erledigen soll, sind eher klassischer Natur. Sie machen also Besorgungen , hauen eine bestimmte Zahl an Monstern um sollen oder Ähnliches. Dennoch macht es Spaß, die Insel zu erkunden und den vielen Charakteren unter die Arme zu greifen. Neben den Standard-Jobs stechen Episoden hervor, bei denen Sie zum Beispiel einem Wolf folgen sollen, der wiederum der Fährte eines Vermissten folgt. Einige der Quests stellen Sie zudem vor Entscheidungen. Nachdem Sie etwa dem Schmied des Banditenlagers Teile für ein goldenes Schwert gebracht haben, händigt er Ihnen das Prachtstück aus, damit Sie es begutachten können. Wenn Sie die Klinge dann für sich behalten, lösen Sie die Aufgabe, einen Gegenstand zu finden, der Ihnen den Zugang zum Don der Banditen ermöglicht, spielend. Jedoch verscherzen Sie es sich dann mit dem Schmied, der ab sofort nicht mehr mit Ihnen handelt oder Sie ausbildet. Falls Sie ihm das Schwert dagegen wieder aushändigen, brauchen Sie einen Batzen Gold, damit er Ihnen sein Meisterstück überlässt. Dafür kommen Sie dann aber ebenso zum Don und dürfen weiterhin mit dem Schmied Ihre Geschäfte machen. Solche Szenen haben zwar keinen Einfluss auf den weiteren Spielverlauf, da sie sich nur auf die einzelne KI-Person beziehen, zu leichtfertig sollten Sie aber dennoch nicht handeln.
[quelle: PCGAMES.de]
Grafik
Die Grafik ist ziemlich durchwachsen. Die Bäume wiegen sich im Wind, die Wasserfälle rauschen und das Licht durchbricht wunderschön die Baumkronen.
Aber ab und an gibt es wirklich hässliche Texturen und dazu kommt das manche Spielfiguren(vorallem weibliche) etwas klobig aussehen und sich komisch bewegen.. Auch störend: Entfernte Landstriche blendet Risen aus, um Rechenleistung zu sparen.So wird aus einer detaillierten Wiese in der Entfernung eine grüne Fläche, alles wirkt zudem wie hinter einem Nebenschleier. Das raubt ein wenig den Eindruck einer realitätsnahen Welt.
Sound
Im Sound ist Risen nahezuperfekt!
Der Soundtrack kommt wie bei Gothic von Kai Rosenkranz und passt wunderbar in die Risen Welt.
Einzig die schnelle Wiederholung der Tracks ist leicht nervig.
Bei der Synchronistation der Npcs ist Risen dagegen unglaublich TOP. Jeder Charakter spricht seinen Dialog, egal ob traurig, bestürzt oder beleidigend.
Die Leistung der synchronsprecher kann sich sehen lassen.
Zusätzliches (Übernommen von der PCGAMES)
Hardware-Voraussetzungen
Minimum: Athlon X2 3800+/Core 2 Duo E6300, Radeon HD 3870/Geforce 8800 GT, 1 GB RAM (XP)/2 GB RAM (Vista)
Empfehlenswert: Phenom II X4 940 BE/Core 2 Duo E8500, Radeon HD 4870/1G/Geforce GTX 260/216, 2 GB RAM (XP)/4 GB RAM (Vista)
Um die Leistung außerdem zu erhöhen, empfehlen wir, auf die Schattendarstellung sowie die Tiefenunschärfe zu verzichten und die Einstellung der Vegatationsdetails auf das Minimum zu reduzieren. So bekommen auch ältere Rechenknechte eine einigermaßen ruckelfreie Darstellung hin.
Jugendschutz USK 12
Obwohl Kämpfe an der Tagesordnung sind, die Charaktere kein Blatt vor den Mund nehmen und sogar Prosituierte Ihnen ihre Dienste anbieten, hat die USK für Risen die Empfehlung "Ab 12 Jahren" ausgesprochen. Grund: Es wird nie zu explizit.
Kosten
Risen steht im Laden für etwa 45 Euro in den Regalen. Wer circa 10 Euro mehr ausgibt, bekommt dafür die Collector's Edition, die mit exklusiven Inhalten lockt: Sie bekommen eine Karte der Insel Faranga aus der Hand des königlichen Kartenzeichners, den epischen Soundtrack zum Spiel (liegt auch der normalen Fassung bei) - komponiert von Kai Rosenkranz -, eine Making-of-DVD von Risen mit exklusivem Piranha-Bytes-Interview, einen speziellen A1-Posterdruck (mit den Autogrammen von Piranha Bytes), den Zugangscode zum Betatest des nächsten Piranha-Bytes-Spiels, ein Artbook über die Entstehung des Helden und anderer Charaktere sowie ein Gnom- und Ghul-Stickerset.
Screenshots